Harry Thürk und Prof. Dr. Diethelm Weidemann: „Indonesien ’65“

September 1965. Aufrüttelnde Meldungen laufen durch die Weltpresse: Indonesien erlebt eine der größten politischen Erschütterungen seiner Geschichte. Vorerst erfährt man: Ein Oberstleutnant von Präsident Sukarnos Leibwache hat einen Putsch inszeniert, die Armee aber hat zurückgeschlagen. Angeblich hat sich die millionenstarke Kommunistische Partei Indonesiens an dem Putsch beteiligt. Nun jagen Kommandos der Armee die indonesischen Kommunisten.
Ermordete Armeegenerale werden gefunden, die Täter sollen ebenfalls Kommunisten sein. In den Moscheen des Insellandes, dessen Bewohner sich überwiegend zum Islam bekennen, predigen fanatische Vorbeter den Djihad, den Heiligen Krieg, gegen die Kommunisten.
Inzwischen hat die gutorganisierte Armee bereits die Macht im Lande erobert. Sie erklärt den indonesischen Kommunisten den Krieg auf Leben und Tod. Doch was sich da abspielt, ist nicht Kampf, denn die Kommunisten und die Masse der arbeitenden Bevölkerung stehen den Panzern und Maschinengewehren wehrlos gegenüber. Es ist vielmehr ein großes Abschlachten der Kräfte, die sich für eine progressive Entwicklung Indonesiens einsetzen: die Saison der Hackmesser. Bis die Generale keinen Widerstand mehr finden und sich den Freuden der Macht zuwenden, dem Geld, dem Öl, den Luxusautos und den stillen Bankkonten, die sie sich in der Schweiz anlegten. In Indonesien hat der faschistische Terror über das arbeitende Volk gesiegt.
Wie konnte das geschehen? Wie kam es dazu? Wer stand hinter den Generalen? Wieso konnte die PKI so leicht überwältigt werden? Diese und ähnliche Fragen versucht das Buch zu klären. Es bringt Fakten da, wo sie aufspürbar waren, und es bringt fiktive Gestalten dort, wo der Mord keine Zeugen übrigließ.
Der Leser soll über das, was geschah, auf eine Weise informiert werden, die es ihm möglich macht, hinter die äußeren Vorgänge zu blicken. Harry Thürk, ein Erzähler, dessen Bücher über Asien Millionen Leser gefunden haben, hat dieses Buch in Gemeinschaftsarbeit mit Prof. Dr. Diethelm Weidemann geschrieben, einem renommierten Staatsrechtler und Kenner der asiatischen Szene.
Ein Schriftsteller und ein Wissenschaftler präsentieren ein Werk, das dem Leser die Wahrheit vermittelt, spannend und ohne Zurückhaltung: die Anatomie eines Militärputsches, bei dem eine halbe Million Indonesier bestialisch getötet wurde und der die Entwicklung dieses reichen, unvergleichlich schönen Landes zurückdrehte, es wieder zu einem Ausbeutungsobjekt internationaler Konzerne machte, die es als „Gegenleistung“ vor dem „Einfluss des Kommunismus bewahren“ wollen.

Militärverlag der Deutschen Demokratischen Republik (VEB), Berlin

1. Auflage, 1975

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