Heinz Knobloch: „Berliner Feuilleton“

„Ein Sachse in Berlin, das galt damals noch was.“ – Damals, 1935, wurde Heinz Knobloch als Dresdener Kind von der Elbe an den Landwehrkanal verpflanzt. Bei aller Anhänglichkeit an seine Geburtsstadt: inzwischen fühlt er sich längst als Berliner. Und er liebt sein Berlin nicht nur, er kennt es auch und teilt sein Wissen auf angenehmste, nämlich unterhaltsame Weise mit.

Der Stadtbummel, zu dem er hier einlädt, beginnt auf einem der Bahnhöfe, führt über den jüdischen Friedhof in Weißensee, durch Pankow, streift Marzahn und endet im Lustgarten. Zeit ist mitzubringen, denn alles in Berlin – ob Denkmäler oder Kinos, Grabsteine oder Parkbänke -, wirklich „alles lebt mit Geschichten“, und die wollen mit ihren farbigen Details und wunderlichen Hintergründen erzählt sein. Dass die Exkursion auch in die Vergangenheit der Stadt führt, versteht sich von selbst. Wohin Knobloch unseren Blick lenkt, finden sich die Spuren der Geschichte, oft verknüpft mit dem Leben von Personen, ohne die Berlin nicht Berlin wäre. Der Rundgang entlässt uns wissender, am Ende kennen wir die einst populäre Suppen-Lina, haben das unsichtbare Literaturmuseum gesehen, sind Zeuge der berühmten Silvester-Tafelrunde Friedrichts II. geworden. Knobloch erzählt, zeigt und fragt, doch er belehrt uns nicht, denn – wie er so schön sagt -: „selber denken, das geht ja“.

1926 in Dresden geboren. 1935 Übersiedlung der Familie nach Berlin. Oberschule; 1942 Lehre als Verlagskaufmann, 1943 Soldat, 1944 desertiert, bis 1948 kriegsgefangen in den USA und in Schottland. Danach in Berlin Bürohilfskraft, 1949 Redakteur, 1960 Diplomjournalist. Seit 1953 bei der Zeitung „Wochenpost“ beschäftigt, für die er seit Ende 1968 ein Feuilleton schreibt. 2003 verstarb Heinz Knobloch in Berlin-Pankow.

Aufbau-Verlag, Berlin und Weimar, Band 588

1. Auflage, 1987

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