Ehm Welk: "Mein Land, das ferne leuchtet"

Ehm Welk erzählt von dem Traumland seiner Kindheit, aus dem er auszog, um es spät wiederzusehen. Für den Jungen war es voller Abenteuer, Geheimnisse und dunkler heidnischer Sagen. In den schweren Tagen seines Lebens stand die Erinnerung an das kindliche Träumen leuchtend und beruhigend vor dem Erwachsenen. Da sein Leben weitere Kreise zog, weitete sich in seiner Vorstellung Orplid zu einer ganzen geliebten deutschen Heimat, die es zu erringen galt. Als er spät Dorf, Bruch, Heide und See wiedersieht, ist alles verändert, auch die Jugend, die nicht mehr von dunklen Vergangenheiten, sondern von Gegewart und Zukunft träumt. „Am Himmel sind das Schönste die Sterne“, sagt das Mädchen und denkt an Astronomie. Der Dichter sieht, dass noch geträumt wird, und heisst solches Träumen gut. Nur einen findet er unverändert, den Kantor Kannegießer, uralt und von einer Weisheit, die er, der alte Lehrmeister, nun weitergeben kann. „Der wahrhaft Tätige ist still bei der Arbeit.“

VEB Hinstorff-Verlag, Rostock

11. Auflage, 1970

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