Hans von Oettingen: Abenteuer meines Lebens – Irrwege und Einsichten eines Unbedachten

Der Spannungsbogen in dieser konfliktreichen Lebensgeschichte ist groß. Der Autor, Jahrgang 1919, entstammt einem sowohl in Süddeutschland als auch in den ehemals baltischen Provinzen des zaristischen Rußland ansässigen einflußreichen Adelsgeschlecht. Einige Mitglieder der Familie gehören dem Bildungsbürgertum an. So war der Großvater bis 1919 Direktor des Goethe-Schiller-Archivs. Der Vater, ein angesehener Frauenarzt, entpuppte sich nach 1933 als fanatischer Anhänger des Faschismus. Der Sohn versuchte aus dieser von widersprüchlichen Autoritäten bestimmten Umwelt auszubrechen. Sein Protest richtete sich gegen diktatorische Erziehung und gegen stumpfsinnige Naziparolen. Bewegte Stationen auf diesem Weg waren eine mißglückte Landwirtschaftslehre, der als Flucht ins Abenteuer gedachte Einsatz im Kriege, den er bald als faschistische Barbarei begriff, eine Anklage wegen Widerstand vor dem Militärgericht, ein kurzfristiges Glücksritterdasein auf den Wogen einer buntscheckigen bundesdeutschen Nachkriegsgesellschaft und insgesamt das mühevolle Vordringen zu neuen Erkenntnissen. Für den talentierten Publizisten bedeutete das schließlich entschiedenes Auftreten gegen die Restauration der Reaktion in der BRD. Immer mehr eingeschränkt in seinem Wirken, siedelte er in die DDR über, wo er ein reiches Betätigungsfeld fand.

Verlag der Nation Berlin 1981

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