Lion Feuchtwanger: Der falsche Nero

Lion Feuchtwangers (1884-1958) Roman „Der falsche Nero“ entstand 1935 im französischen Exil und ist eine der ersten Reaktionen des Autors auf die Machtübernahme der Faschisten in Deutschland. In „historischer Einkleidung“ wird ein Stück Zeitgeschichte behandelt: Aufstieg und Ende des Dreigestirns Terenz, Knobs, Trebon symbolisieren die Brüchigkeit und Vergänglichkeit einer „Herrschaft der Gewalt des Widersinns“.

Über die Wirksamkeit des historischen Romans im politischen Kampf urteilte Feuchtwanger: „… der historische Roman scheint mir eine Waffe, die wir … gut brauchen können. (Übrigens wissen auch unsere Gegner von den Vorteilen dieser Waffe, sie münzen die Geschichte der Menschheit nach dem Vorbild ihrer Ideologen in schmutzige, blutige sentimentale Mythen um und wärmen den historischen Roman in seinen altbekannten Typen wieder auf.) Ich für meinen Teil habe mich, seitdem ich schreibe, bemüht, historische Romane für die Vernunft zu schreiben, gegen Dummheit und Gewalt, gegen das, was Marx das Versinken in die Geschichtslosigkeit nennt. Vielleicht gibt es auf dem Gebiet der Literatur Waffen, die unmittelbarer wirken: aber mir liegt … am besten diese Waffe…“

Philipp Reclam jun., Leipzig 1984
Reclams Universalbibliothek Nr. 1038

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