Bertha von Suttner

Bertha von Suttner wurde als Gräfin Kinsky von Wchinitz und Tettau am 9. Juni 1843 in Prag geboren. Ihr Vater war Feldmarschallleutnant und starb noch vor ihrer Geburt; mütterlicherseits war sie mit Theodor Körner verwandt. Sie wuchs im aristokratischen Umfeld der österreichisch-ungarischen Monarchie auf. In jungen Jahren lernte sie mehrere Sprachen, beschäftigte sich mit Musik und unternahm viele Reisen.

Als die Mutter das Vermögen des Vaters durch ihre Spielleidenschaft aufgebraucht hatte, nahm Bertha eine Stelle als Gouvernante an. Den vier Töchtern der Familie des Industriellen Freiherr Karl von Suttner in Wien erteilte sie Unterricht in Musik und Sprachen. Während dieser Zeit verliebte sie sich in den sieben Jahre jüngeren Arthur Gundaccar von Suttner, den jüngsten Sohn der Familie. Bertha wurde entlassen, bekam aber eine Stelle bei Alfred Nobel in Paris. Da dieser jedoch bald nach Schweden berufen wurde, kehrte Bertha schon nach zwei Wochen nach Wien zurück, wo sie Arthur von Suttner am 12. Juni 1876 heimlich heiratete.

Arthur wurde enterbt, und so zog das Paar für mehr als acht Jahre in den Kaukasus. Hier begann Bertha von Suttner 1877 mit ihrer journalistischen Tätigkeit, die sie 1885 nach ihrer Rückkehr nach Wien fortsetzte. Sie verschrieb sich dem Pazifismus, wollte eine friedlichere Gesellschaft. In ihrem Buch „High Life“ thematisierte sie den Respekt vor dem Menschen und seiner Entscheidungsfreiheit.

Im Herbst 1889 veröffentlichte sie ihren Roman „Die Waffen nieder“, mit dem sie größtes Aufsehen erregte. Mit diesem Werk, das den Krieg aus der Sicht einer Ehefrau beschrieb, wurde sie zu einer der bekanntesten Vertreterinnen des Pazifismus.

1891 forderte Bertha von Suttner die Gründung einer „Österreichischen Gesellschaft der Friedensfreunde“. Der Erfolg dieses Aufrufes war enorm, und Bertha von Suttner wurde zur ersten Präsidentin ernannt, die sie bis zu ihrem Tode 1914 blieb. In der Folge nahm sie an mehreren internationalen Friedenskongressen teil. Sie engagierte sich auch gegen Tierversuche, 1898 erschien ihre Schrift „Schach der Qual“. Darin heißt es: „Die Religion rechtfertigt nicht den Scheiterhaufen, der Vaterlandsbegriff rechtfertigt nicht den Massenmord, und die Wissenschaft entsündigt nicht die Tierfolter.“

Nach dem Tod ihres Mannes im Jahr 1902 musste der Gutshof des Ehepaars versteigert werden, und Bertha von Suttner publizierte fortan in Wien. Sie reiste viel und nahm an verschiedenen Frauen- und Friedenskonferenzen teil. In deutsch-nationalen Kreisen wurde sie abschätzig die „Friedens-Bertha“ genannt.

Am 10. Dezember 1905 erhielt Bertha von Suttner den Friedensnobelpreis, den sie am 18. April 1906 in Kristiania, dem heutigen Oslo, entgegennahm.

Suttners Wohnhaus in der Usnadzis Kutscha in Tiflis (Georgien)

In der Folgezeit warnte sie vor der internationalen Aufrüstung und machte ab 1912 auf die Bedrohung durch einen Vernichtungskrieg aufmerksam. Am 21. Juni 1914, kurz vor dem Beginn des Ersten Weltkriegs, den Bertha von Suttner vorausgesehen hatte, erlag die überzeugte Pazifistin einem Krebsleiden.

Quellen und Literatur
Gero von Wilpert, Lexikon der Weltliteratur Bd. I Autoren, Kröner-Verlag Stuttgart 1988
Internet-Lexikon Wikipedia

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