Michail Scholochow: Ein Menschenschicksal

Wenn der Lebenslauf eines Künstlers als Strombett seiner Weltsicht betrachtet werden kann … so war Scholochow die reißendste und tiefste Strömung beschieden, die die soziale Revolution in Rußland kennt.
Scholochow war noch ein Kind, als der Bürgerkrieg am Don ausbrach. Er wurde sein Lehrmeister, stählte seinen revolutionären Willen und schärfte zugleich die ihm in die Wiege gelegte Künstlergabe.
In dieser Hinsicht ist sein Lebenslauf fast einzigartig. Mit achtzehn Jahren wurde er bereits gedruckt. Mit zwanzig veröffentlichte er einen Band Erzählungen. Unserer älteren Generation ist erinnerlich, wie der Leser in jener Zeit, da der sowjetische Roman in den Anfängen steckte, den ersten Band des „Stillen Don“ aufnahm. Der Verfasser zählte gerade erst dreiundzwanzig Jahre. Nach der Veröffentlichung des zweiten und des dritten Bandes dieses Epos erschien der erste Band von „Neuland unterm Pflug“.
Scholochow mied nie die Widersprüche des Lebens, einerlei, welche Epoche er schilderte.
Nie verstärkte er tragische Situationen in tröstlichen Feldblümchensträußen. Aber die Wahrheit ist so stark, daß die Bitterkeit des Lebens, wie fürchterlich es immer ist, vom Willen und Drang zum Glück, von der Freude seiner Verwirklichung überwunden wird. – Konstantin Fedin

Als 1941 der Große Vaterländische Krieg der Sowjetunion gegen die faschistischen Eroberer begann, ging Michail Scholochow an die Front. Er war Teilnehmer der Schlacht an der Wolga und kämpfte an vielen anderen Frontabschnitten mit. In der Stanzia Weschenskaja, Scholochows Heimat, äscherten die Faschisten das Haus des Dichters ein. Seine Mutter kam bei einem Bombenangriff ums Leben.

Die Erzählung „Ein Menschenschicksal“ (1957) handelt vom Krieg. Die Hauptgestalt, der russische Soldat Andrej Sokolow, macht die Kriegsgefangenschaft mit all ihren Martern durch und bleibt doch unbesiegt. Der nach dem Motiv dieser Erzählung gedrehte Film lief in der ganzen Welt und wurde bei den Ersten Internationalen Filmfestspielen 1959 mit der „Großen Goldmedaille“ preisgekrönt.

Antiquariatsbuchhändlerin Ilona Dahlmann
Diese Illustrationen sind so ausdrucksstark, dass man den Film eigentlich nicht mehr braucht.

Verlag PROGRESS Moskau 1965

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