Eliza Orzeszkowa

Quelle: www.polona.pl

Leben
Eliza Orzeszkowa wurde am 6. Juni 1841 in Milkowszczyzna b. Grodno (Polen) geboren.
Sie war die Tochter des adligen Gutsbesitzers Pawlowski. Erzogen wurde sie zu Hause, von 1852-57 dann in einem Warschauer Klosterinternat. 1858 heiratete sie den Gutsbesitzer Piotr Orzeszko, der infolge des Aufstandes von 1863 nach Sibirien verbannt wurde. Mit ihm lebte sie auf einem Landgut in Polesien. Die Ehe endet unglücklich und wird 1869 geschieden; Eliza lebt dann sehr gesellig auf Gut Ludwinow und gründete eine Dorfschule. Von 1879-1882 arbeitete sie für einen Verlag in Wilna. 1894 heiratete sie ein zweites Mal, doch der Mann starb kurz darauf, sie selbst wurde herzkrank.
Am 18. Mai 1910 starb
Eliza Orzeszkowa in Grodno.

Wirken
Ab 1864 führte sie naturwissenschaftliche Studien durch. Nach der Scheidung ging es in ihren Romanen um die Unterdrückung intellektueller Frauen durch verständnislose Männer.
Henry Thomas Buckle, Herbert Spencer und John Stuart Mill beeinflussten
Eliza Orzeszkowas Überzeugung von der „Nützlichkeit“ der Literatur. Diese erläuterte sie 1866 in dem Artikel „Kilka uwag nad Powie´scia“ (Einige Bemerkungen über den Roman) und 1873 in den „Listy o literaturze“ (Briefe über Literatur).
Sie schrieb gegen feudale Anachronismen, die Unfreiheit der Frauen und die Diskriminierung ganzer sozialer Gruppen. Und sie schrieb den ersten Frauenroman der polnischen Literatur: „Marta“ (1873).
Allgemeine Anerkennung bekam sie dann aber erst 1874 mit „Eli Makower“, einer Erzählung, die in die Tiefen der polnisch-jüdischen Beziehungen dringt und auch künstlerisch gelungen ist.
Bisher prägten ihre Bücher die Hoffnung auf Erneuerung durch die bürgerliche Intelligenz. Später änderte sich das in Skepsis gegenüber der industriellen Entwicklung bis zur Hinwendung zu national-geschichtlichen Themen.
Ihr „Brief an die deutschen Frauen“ von 1900 gilt als Meilenstein der polnischen Frauengeschichte.
Ihr Werk ist vom Gedanken tiefster Humanität durchdrungen.

Quelle und Literatur
„BI Schriftsteller-Lexikon – Autoren aus aller Welt“ von einem Autorenkollektiv unter der Leitung von Hannelore Gärtner, erschienen im VEB Bibliographisches Institut Leipzig 1988

„Lexikon der Weltliteratur – Fremdsprachige Autoren L-Z“ von Gero von Wilpert, erschienen im Alfred Kröner Verlag Stuttgart 2008

„Harenbergs Lexikon der Weltliteratur – Autoren – Werke – Begriffe – Band 4“ aus dem Harenberg Lexikon-Verlag 1989

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