Joachim Ringelnatz: Mein Herz im Muschelkalk

„Ringelnatz gab sich schwer“, schrieb der Schauspieler Paul Wegener im Dezember 1935 über den ein Jahr zuvor verstorbenen Freund, „er war verschlossen und spröde, wie es überzarte Menschen meistens sind… Und diese selbe zarte Seele dichtete den wüsten ,Kuttel Daddeldu und die Seemannsbraut‘ usw. und stand, die Flasche in der Hand, auf den Kabarettbühnen?“

Was hier fragend und bewundernd konstatiert wird, ist jene seltsame Einheit anscheinend unvereinbarer Dinge, die das Werk von Joachim Ringelnatz so einzigartig und eigenartig macht. Knallige Situationskomik, Ernst, Scherz, Parodie, Wehmut und Melancholie und ein durch keinerlei Konvention eingeengter kindlicher Spieltrieb vereinen sich zwanglos in der poetischen Welt jenes Mannes, der auf den Kabarettbühnen der Weimarer Republik zu Hause war und dessen lyrisches Werk in der vorliegenden großzügigen Ausgabe Würdigung erfährt.

Eulenspiegel Verlag Berlin 1988

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