Eduard Schim: Der Junge im Wald

So inständig die verzweifelte Reporterin Vera den verschmitzten kleinen Jungen in diesem unheimlichen Wald auch bittet, ihr den Weg zum nächsten Dorf zu zeigen, wo sie ein intaktes Telefon zu finden hofft, das sie mit ihrem Verlobten verbindet, er schweigt hartnäckig. Als er ihr dann noch einreden will, er könne ihretwegen seine Maulwurfsfallen nicht im Stich lassen, hält sie ihn nicht nur für verbockt, sondern auch für gerissen und habgierig. Sie kann ihn nicht ergründen, diesen kleinen Wilden, und sie glaubt doch, Kinder durch und durch zu kennen. Sie teilt sie ein in altkluge Wunderkinder und kleine Hasenherzen, in schüchterne Leisetreter und freche Streithammel, in artige Brummbären und spindeldürre, nervöse Schoßkinder. Einem Phänomen wie dem zehnjährigen Tima ist sie zum ersten Male begegnet.

Illustrationen: Renate Jessel
Verlag Neues Leben Berlin, 1969

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