Pierre Gamarra: Der Mörder erhielt den Prix Goncourt

Eigenartiger Zufall. In dem soeben mit dem Prix Goncourt ausgezeichneten Roman des unbekannten Schriftstellers Paul Duboix ist ein Mord beschrieben, der tatsächlich begangen wurde. Am Tag der Preisverleihung wird in der Provinzstadt Moissac der Buchhändler Muet tot aufgefunden, und die Tat stimmt in allen Einzelheiten mit dem im Buch geschilderten Verbrechen überein. Autor des Romans und Mörder bleiben unauffindbar. Sind beide miteinander identisch? Die Rätsel mehren sich. Die Polizei kann nichts ausrichten. Kriminalreporter José von der Zeitung Paris-Nouvelles geht am Tatort verschiedenen Spuren nach. Wie kommt der Taubstumme aus der Provinzstadt in den Besitz der grünen Pelerine eines berühmten Dichters und der alten Goldmünzen des Ermordeten? Was sucht Oberschullehrer Ressec im Haus des Toten? Wieso findet der Reporter ein handgeschriebenes Gedicht seines Chefs im Aschenbecher des Opfers? Fragen über Fragen, auf die der Autor jedoch so einfache wie überraschende Antworten parat hat.
Pierre Gamarra, der in der DDR bereits als Verfasser verschiedener Romane und Erzählungen einen guten Namen besitzt, hat die Geschichte dieses „literarischen Mordes“ mit gewohntem Geschick gestaltet. Niemals läßt das Buch die Spannung vermissen, die einen echten Kriminalroman auszeichnet.

Verlag Volk und Welt Berlin, 1. Auflage, 1970

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