Nikolai Ostrowski: Wie der Stahl gehärtet wurde

Wie der Stahl gehärtet wurde

Klappentext
Mit vierzehn Jahren beteiligt sich Pawel bereits an revolutionären Kämpfen, mit fünfzehn ist er Angehöriger der Roten Armee, eine schwere Verwundung verbietet die weitere Teilnahme in den „vordersten Reihen der Front“, aber die Arbeit mit der Jugend, die Gründung des Komsomol, des Kommunistischen Jugendverbandes, machen aus ihm einen „Pädagogen der ersten Stunde“.
Nikolai Ostrowski (1904-1936) erzählt das heiße, bittere, leidenschaftliche Leben des Pawel Kortschagin, dessen nie nachlassende Hoffnung und sein unzerstörbares Vertrauen in die Zukunft Quelle übermenschlicher Disziplin und Kraft sind.
Die Oktoberrevolution 1917 und der Bürgerkrieg in Russland sind es, die Ostrowskis Leben bestimmten und die auch sinngebend sind für das Leben seiner Romanfigur. Nach wie vor, damals wie heute ist das Schicksal des jungen Revolutionärs bewegend und in seiner Authentizität ein lebendiges Dokument eines weltbewegenden historischen Vorgangs.

Mit ca. vierzehn Jahren habe ich dieses Buch als Schullektüre lesen müssen. Ich kann mich nicht mehr dran erinnern, ob ich damals wusste, dass Nikolai Ostrowski hier über sich selbst schrieb. Ich weiß aber, dass ich von dem Buch beeindruckt war. Beeindruckt davon, dass Pawel schon in jungen Jahren an der Revolution teilnahm. Beeindruckt auch davon, dass dieser junge Mensch noch vor seinem älteren Bruder Artjom politisch schon so gefestigt war. Und vor allem nur für die Arbeit und die Partei lebte.

Der erste Teil des Buches wird mit einem Wort vom französischen Schriftsteller Romain Rolland eingeleitet:

Alles in Ostrowski ist Flamme der Aktion und des Kampfes – und diese Flamme wuchs und dehnte sich aus, je enger Nacht und Tod ihn umringten. Er strömte von unermüdlichem Lebensmut und Optimismus über. Und diese Freude verband ihn mit allen kämpfenden und vorwärtsschreitenden Völkern der Erde.

Diese Sätze passen voll auf Kortschagin/Ostrowski. Je kränker Pawel wurde, desto größer wurde sein Kampfgeist und der Wille, nicht außen vor zu stehen.

Zu Beginn des zweiten Teils gibt es ein Wort von Julius Fucik, einem tschechischen Autoren und Antifaschisten:

Ein Kommunist fürchtet nichts – das ist die Schlussfolgerung aus diesem Buch, das ist die Bilanz des Lebens des Verfassers.

Aber fürchtet ein Kommunist wirklich nichts? Oder sind alle Bücher dieser Art nur Propaganda? Wie ich einmal gelesen habe, soll es ja Schriftsteller gegeben haben, die eigens dafür bezahlt wurden, solche Bücher zu schreiben. Die Liebe zur Heimat, zur Familie, Mütterchen Russland, der unerschütterliche Glaube an den Frieden und die Freiheit.
Gehörte Nikolai Ostrowski auch zu denen, die dafür bezahlt wurden, solch ein Buch zu schreiben? Oder gibt oder gab es wirklich solche Helden? Die nie schwach wurden, nie wankten, nie Fehler machten?

Die bekanntesten Sätze in diesem Buch kommen von Pawel:

Das Wertvollste was der Mensch besitzt, ist das Leben. Es wird ihm nur einmal gegeben, und er muss es so nützen, dass ihn sinnlos vertane Jahre nicht qualvoll gereuen, die Schande einer unwürdigen, nichtigen Vergangenheit ihn nicht bedrückt und dass er sterbend sagen kann : Mein ganzes Leben, meine ganze Kraft habe ich dem Herrlichsten auf der Welt – dem Kampf um die Befreiung der Menschheit gewidmet.

Ich finde, sie sind heute noch so gültig wie damals.

Wer Lust hat, kann hier mal online in das Buch hineinschnuppern: Nikolai Ostrowski ? Wie der Stahl gehärtet wurde (1934)

Erstausgabe in zwei Bänden, Moskau 1932–1934
Übersetzungen erschienen in unterschiedlichen Verlagen, zumeist im Verlag Neues Leben.

Werbeanzeigen

11 Kommentare zu „Nikolai Ostrowski: Wie der Stahl gehärtet wurde

  1. Ich hab es geliked, aber eine Lektüre für mich ist es nicht unbedingt. Mit dem Thema * Kommunismus*, dem Echten, stehe ich ein wenig auf Kriegsfuss. Das hat aber viel mit meiner persönlichen Familiengeschichte zu tun. Wenn Du magst, können wir ja mal wieder telefonieren, dann erklär ich es Dir!
    Ganz liebe Grüsse
    Angela

    Gefällt 1 Person

  2. Danke, dass du uns mit deinem Blog an diese Bücher erinnerst. Ich werde demnächst „Wie der Stahl gehärtet wurde“ noch einmal lesen, genau wie Gorki „Die Mutter“. Beide Romane haben mich in meiner Jugendzeit begeistert. Ob es immer noch so ist – mal sehen. Kennst du auch „Schkid – Die Republik der Strolche“? Ich habe das Buch geliebt und unzählige Male gelesen.

    Gefällt 1 Person

    1. Da wäre ich gespannt, wie Du das Buch heute empfindest. Vielleicht meldest Du Dich ja noch einmal, wenn Du es durchgelesen hast.
      „Schkid“ sagt mir momentan nichts, ich suche mir aber mal eine Inhaltsbeschreibung, notiert habe ich es auf jeden Fall.

      Gefällt mir

  3. Nun habe ich „Wie der Stahl gehärtet wurde“ gelesen und das Buch hat mich tatsächlich noch genauso gefesselt wie damals. Pawels Schicksal hat mich wieder sehr bewegt und die Geschichte ist sehr anschaulich geschrieben; im Kopf lief ein Film beim Lesen ab. Ich muss aber zugeben, dass ich einige Seiten manchmal überblättert habe, es war mir mitunter doch zu viel sozialistische Propaganda. Aber nach wie vor hochaktuell und unbedingt lesenswert!

    Gefällt 1 Person

      1. Hallo, Anne-Marit, sollte es dich einmal nach Berlin verschlagen, würde ich dich sehr gerne kennen lernen. Ich denke, wir hätten uns eine Menge zu erzählen. Ich hoffe hier noch auf eine Rezension von dir zu „Franziska Linkerhand“. Das muss ich auch noch mal lesen.

        Gefällt 1 Person

      2. Ob es mich mal nach Berlin verschlägt, weiß ich noch nicht. Aber lieben Dank für den Vorschlag. Wenn Du Lust hast, können wir uns auch gerne per E-Mail über Bücher austauschen.
        „franziska Linkerhand“ steht auf jeden Fall auf dem Leseplan. Ich habe es auch schon im Regal stehen. Derzeit schreibe ich gerade eine Bücherliste, damit ich nicht alles doppelt und dreifach kaufe.

        Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s